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Ausgangslage

Fakten

In der Schweiz ereignen sich jährlich rund eine Million Nichtberufsunfälle.

​Verletzte

 

Etwas mehr als jede vierte Unfallverletzung ist auf einen Sturz zu Hause oder in der Freizeit zurückzuführen (285'000) – Sportunfälle sind nicht eingerechnet. Pro Jahr sind rund 88'000 Personen im Alter 65+ betroffen (Ø 2011–2015).

 

Getötete

 

Von den insgesamt 2330 Todesfällen (Ø 2011–2015) gehen 1600 auf einen Sturz zurück. 1520 Betroffene sind Personen 65+.

 

Folgen

Neben den körperlichen Folgen eines Sturzes berichten bis zu 70 Prozent der Gestürzten über die Angst vor weiteren Stürzen und den damit einhergehenden Einschränkungen der Alltagsaktivitäten.

Kosten

 

Stürze im Alter sind auch bezüglich Kosten brisant: allein die Spitalkosten und die übrigen Heilungskosten nach Sturzunfällen von Personen 65+ betragen pro Jahr 470 Mio. CHF. Neben den medizinischen Heilungskosten fallen bedeutende weitere materielle Kosten an (indirekte Kosten für Leistungsausfälle, Administration etc.) – gesamthaft pro Jahr 1,7 Mia. CHF.

 

Unfallort

 

Rund die Hälfte aller Stürze von Personen 65+ (ca. 43'000) ereignen sich im privaten Bereich, hauptsächlich im Wohn- und Schlafzimmer (11'000), auf der Treppe (6000) sowie im Garten (6000). 70% der Stürze passieren auf gleicher Ebene, 15% auf Treppen oder Stufen, 13% aus der Höhe, 2% sind nicht klassifizierbar. Insbesondere Treppen sind risikobehaftet und die Unfallfolgen sind gravierender als auf der Ebene.

 

Mehr Informationen: BFU, STATUS 2019: Statistik der Nichtberufsunfälle und des Sicherheitsniveaus in der Schweiz. Strassenverkehr, Sport, Haus und Freizeit. Bern: BFU, 2019. Der STATUS wird jährlich publiziert: www.bfu.ch

Was führt zu Stürzen?

Mit zunehmendem Alter steigt die Sturzgefahr. Oft sind die Ursachen bei Personen 65+ multifaktoriell. Wer an chronischen Krankheiten leidet und/oder schon gestürzt ist, hat ein erhöhtes Risiko, (erneut) zu stürzen.

Personenbezogene (intrinsische) Risikofaktoren

  • (Altersbedingte) Abnahme von Muskelkraft, und Gleichgewicht

  • Altersbedingte Entwicklung (Motorik, Sensorik, Kognition)

  • Beeinträchtigung durch Alkohol, Medikamente etc.

  • Beeinträchtigte körperliche Gesundheit (Krankheit, Über-/Untergewicht etc.)

  • Beeinträchtigte psychische Gesundheit (Depression, Angst, Demenz etc.)

  • Persönliches Risikoverhalten

Umweltbezogene (extrinsische) Risikofaktoren

  • Nicht sichere private und/oder öffentliche Infrastruktur (fehlende Handläufe bei Treppen, rutschige Bodenbeläge, vereiste Gehwege etc.)

  • Nicht sicher/nicht altersgerecht eingerichteter Wohnraum (schlechte Beleuchtung, lose Kabel, unpraktische Einrichtung etc.)

  • Nicht sichere Produkte (defekte Leitern, schlechtes Schuhwerk etc.)

  • Mangelndes Gefahrenbewusstsein der Betreuungspersonen