© 2019 Projekt StoppSturz

Ziele und Vorgehen

Ziele des Projekts StoppSturz

  • In den Pilotkantonen St.Gallen, Bern, Graubünden und Jura wird die Sturzprävention für Menschen mit erhöhtem Risiko bis Ende 2022 in der Gesundheitsversorgung und an deren Schnittstellen systematisch und flächendeckend umgesetzt.

  • Die in das Projekt involvierten Akteure der Gesundheitsversorgungskette sind befähigt, Personen mit erhöhtem Sturzrisiko

  1. zu erkennen,

  2. abzuklären und

  3. adäquat zu behandeln bzw. angemessenen therapeutischen-pflegerischen sowie präventiven Massnahmen zuzuführen.

  • Die in das Projekt involvierten Akteure der Gesundheitsversorgungskette verbessern ihre Vernetzung, handeln interprofessionell und optimieren die Koordination.

  • Im Bereich der Sturzprävention im Versorgungssystem auf nationaler Ebene

    • sind die Koordination der Aktivitäten, die Voraussetzungen in der Bildung (Aus-, Weiter- und Fortbildung) und bestehende Finanzierungsmodi optimiert,

    • ist eine nachhaltige Gesamtstrategie entwickelt,

    • ist die Multiplikation des Projekts (nationales Rollout) vorbereitet.

  • Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur generellen Förderung der koordinierten und integrierten Versorgung von chronisch kranken und multimorbiden Menschen. NCD-Strategie, Leitfaden der GDK integrierte Versorgung in den Kantonen

Zielgruppen

Primäre Zielgruppe des Projekts sind Multiplikatoren: medizinische Fachpersonen in der Gesundheitsversorgung und nicht-medizinische Fachpersonen, die an Schnittstellen zur Gesundheitsversorgung arbeiten und Kontakt zu älteren Personen mit erhöhtem Sturzrisiko (sekundäre Zielgruppe) haben.

Primäre Zielgruppe: Multiplikatoren

  1. Medizinische Fachpersonen

    • Ärzteschaft (Haus- und Fachärzt/innen)

    • medizinisches Pflege-/Betreuungspersonal bei Spitex-Organisationen und beim Spitalaustritt (Pflegefachpersonen HF, Fachpersonen Gesundheit FaGE, Spital Sozialdienst)

    • Therapeut/-innen (Physio- und Ergotherapeut/-innen)

    • Apotheker/-innen, Fachapotheker/-innen

    • Pharma(betriebs)assistent/-innen

    • Medizinische Praxisassistent/-innen MPA und Medizinische Praxiskoordinator/-innen MPK

    • Ernährungsberater/-innen

  2. Nicht-medizinische Fachpersonen, die an Schnittstellen zur Gesundheitsversorgung arbeiten und Kontakt zu älteren Personen mit erhöhtem Sturzrisiko haben

    • Mitarbeitende Pro Senectute

    • Mitarbeitende Schweizerisches Rotes Kreuz SRK

    • Haushilfen und Betreuerinnen

    • Sozialberater/-innen

    • Personal im Fahr- und Mahlzeitendienst

    • Aktivierungsfachpersonen

    • weitere nicht-medizinische Fachpersonen

Sekundäre Zielgruppe: ältere Personen mit erhöhtem Sturzrisiko

 

Zu Hause lebende Personen im Alter 65+, die ein erhöhtes Sturzrisiko aufweisen, eine oder mehrere chronische Krankheiten mitbringen und/oder bereits gestürzt sind.

Vorgehen

Das Projekt StoppSturz verfolgt einen umfassenden Ansatz unter Einbezug der relevanten Akteure in der Gesundheitsversorgung sowie an deren Schnittstellen. Fachpersonen im Umfeld älterer Personen mit erhöhtem Sturzrisiko werden für die Sturzprävention sensibilisiert, entsprechende Fachkenntnisse und Fähigkeiten werden gestärkt, die Strukturen und Prozesse in der Kommunikation, Koordination und Interprofessionalität entlang der gesamten Versorgungskette werden optimiert. In das Projekt sind nationale und kantonale Organisationen des Gesundheitsversorgungssystems, von Public Health und der Zivilgesellschaft involviert. Synergiepotenziale mit anderen Projekten und bestehenden Dienstleistungen im Bereich der Sturzprävention in der Gesundheitsversorgung werden genutzt.

Das Projekt StoppSturz wird in den vier Kantonen St.Gallen, Bern, Graubünden und Jura im Rahmen von kantonalen Pilotprojekten umgesetzt. Neben Instrumenten der Sturzprävention im Versorgungssystem, die sich in früheren Projekten bereits bewährt haben, werden in den zusätzlichen Teilprojekten «Spitalaustritt», «Apotheken», «Medizinische Praxis-Assistentinnen MPA und Medizinische Praxis-Koordinatorinnen MPK» und «Aufsuchende Sturzberatung» neue Interventionspakete zur besseren Erkennung von schwer erreichbaren Personen mit erhöhtem Sturzrisiko und zur Schaffung niederschwelliger Zugänge entwickelt, pilotiert und eingeführt. Auf nationaler Ebene werden im Teilprojekt «Nationale Koordination und Multiplikation» die nationalen Aktivitäten abgestimmt, Synergiepotenziale genutzt und die Weiterführung und Verankerung der Sturzprävention in der Gesundheitsversorgung und an deren Schnittstellen (die Projektmultiplikation bzw. das nationale Rollout) ab 2023 vorbereitet. Im Teilprojekt «Hochschule» wird ein interprofessionelles Modul zu Sturzprävention für Bachelor-Studiengänge im Gesundheitsbereich entwickelt, durchgeführt und evaluiert. Im Teilprojekt «Tools und Fortbildungsmaterialien» werden für medizinische und nicht-medizinische Fachpersonen Tools und Fortbildungsmaterialien bereitgestellt.

Evaluation

Das Projekt StoppSturz wird durch eine externe Stelle im Auftrag von Gesundheitsförderung Schweiz evaluiert. Im Rahmen dieses Auftrags ist auch eine Wirksamkeits- und Wirtschaftlichkeitsanalyse (Impact-Evaluation) durch die Universität Basel mit Daten von Krankenversicherern vorgesehen.